Montag, 15. November 2010

Der ewige Kreislauf des Lernens

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich klein war und in der Küche meiner Oma stand, ich weiß den Zusammenhang nicht mehr, aber sie sagte: "Wenn du einmal angefangen hast zu lernern, hörst du nie wieder damit auf".

Damals kam mir der Satz zwar sinnvoll vor, aber mit sowas beschäftigt man sich in dem Alter einfach noch nicht.Man spielt lieber Schmetterlinge fangen oder träumt auf seiner Schaukel vor sich hin.


Jetzt, knapp zwölf Jahre später, schlag ich auf dem harten Boden Realität auf.
Ich merke, dass ich mein ganzes restliches Leben Tag ein Tag aus lernen werden müsse.
Es geht gar nicht mehr anders. Natürlich, da ist die Schule in der man jeden Tag etwas lernen muss oder die Arbeit bei der es unzählige Fortbildungen gibt, das Studium, das einen in den stickigen Lehrsälen vom Hocker hauen sollte. Aber wenn man allein das tägliche Leben betrachtet, merkt man dass man jeden Tag etwas dazu lernt, auch wenn es nur kleine Dinge sind. Ich lerne, dass der Kuchen wirklich anbrennt, wenn ich ihn statt 45 Minuten über eine Stunde backen lasse, dass ich mit 12,5 cm Absätzen und ohne flache Ersatzschuhe lieber nicht stundenlang feiern gehen sollte oder schlicht und einfach, dass der erwachsene Mensch ein Wassergehalt von 63% hat.
Naja, es ist ja nicht so, dass ich kein wissbegieriger Mensch bin, doch wenn man etwas wissen will, dann hat man auch die Kondition zu recherchieren und sich hinzusetzten und fleißig zu sein. Doch es gibt wie bei fast allem im Leben immer zwei Seiten der Medaille und diese ist das zwanghafte Lernen.
Das Lernen bei dem immer wieder Fragen im Kopf rumschwirren wie "Warum mach ich das?", "Für was mach ich das?", "Brauch ich das jemals wieder?". Man könnte in solchen Momenten schon fast annehmen,dass es sich hier um rein Metaphysische Fragen handelt, aber wie jeder im angemessenen Alter hoffentlich weiß: Man macht es um gebildeter zu werden und seine Prüfungen zu bestehen. Man macht es um später gute Berufschancen zu haben. Vielleicht braucht man einiges von dem Zeug wirklich nie wieder, aber dafür anderes umso mehr und man hat immerhin Wissen angesammelt.
Da wir nun diese Fragen geklärt hätten, müsste es doch eigentlich kein Problem mehr sein, sich aufzuraffen und endlich zu lernen.

Doch irgendwas hält mich immer noch davon ab mein "Mots et Context" in die Hand zu nehmen und endlich Vokabeln zu lernen.

:(